Afghan Surf Championship

Die ersten afghanischen Surfmeisterschaften

Als mir mein Freund Afridun Amu vor einem Jahr von seinem Vorhaben erzählt, einen Surfverband für Afghanistan (WRAA) gründen zu wollen und die ersten afghanischen Surf-Meisterschaften auszurichten bin ich sofort angesteckt. Die Idee, über einen solchen Wettbewerb symbolisch ein ganz anderes und vor allem positives Bild von einer Region unserer Erde zu vermitteln, die in den Nachrichten sonst nur mit Krieg und Terror in Verbindung gebracht wird, finde ich großartig. Ich signalisiere Afridun sofort meine Unterstützung, als Fotograf das Event zu dokumentieren falls es tatsächlich so weit kommen sollte. Am vergangenen Wochenende war es dann so weit und ich mittendrin! :-) Hier geht es zum ersten Teil meiner Fotoreportage von den ersten afghanischen Meisterschaften im Wellenreiten.

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Die Teilnehmer der ersten afghanischen Surf-Meisterschaften

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Aufstehen!

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Ericeira ist der Austragungsort des Wettbewerbs.

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Heute wird Sportgeschichte geschrieben.

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Rein in den Neo!

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Aufwärmen.

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Urzala Weiss ist Exil-Afghanin und lebt in Kanada.

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Der Surf Club Ericeira baut auf.

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Brett wachsen.

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Die Jury erklärt den Teilnehmern die Regeln.

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Familienbande.

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Es ist angerichtet.

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Teilnehmerliste.

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Letzte Vorbereitungen.

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Soft Surf…

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Prep Talk.

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Übers Riff in Richtung Wellen.

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Jetzt geht’s los!

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Die nächsten in der Reihe.

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Afridun Amu, der spätere Sieger, reitet auf der Welle.

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Die Internationale Presse verfolgt das Geschehen.

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Ein großer Schluck.

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Wettkampfgeschehen.

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Anfeuern.

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Die Helden kehren zurück.

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Heute im Sonderangebot: T-Shirt und afghanische Mützen.

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Der heiß begehrte Pokal!

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Afghanische Kultur im Rahmenprogramm: Drachen bauen.

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Alle helfen mit.

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Startschuss für den Frauen Wettkampf.

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Score!

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Tanzeinlage.

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Der portugiesische Head-Judge hat heute viel Spaß.

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Hang loose!

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Maximale Freude.

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Schluss Sirene.

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Umarmungen.

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Heute gibt es nur Sieger.

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Jubel.

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Sohal Behmanesh und Afridun Amu gewinnen die ersten afghanischen Meisterschaften im Wellenreiten.

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Würdiger Ausklang eines wundervollen Tages.

Text: Marco Schulze

Die Wertungsrichter klatschen im Takt zu afghanischer Musik. Die Teilnehmer feiern jeden erfolgreichen Wellenritt gestenreich und die Zuschauer applaudieren bereits, wenn die Exil-Afghanen auch nur ansatzweise zum Surfen ansetzen. Es ist ein Schauspiel der ganz besonderen Art, das viele Besucher an diesem Wochenende an den Strand im portugiesischen Ericeira gelockt hat. Die Stimmung im und am Wasser ist gelöst wie selten bei vergleichbaren Wettkämpfen. Dafür fehlen allerdings wirklich spektakuläre Wellenritte. Es geht bei der Premiere der ersten Afghanischen Surfmeisterschaft nicht nur ums Surfen. Der Sport dient an diesem Tag eher als Symbol dafür, dass Afghanistan mehr zu bieten hat als Krieg und Terror.

Wertungsrichter lassen sich von afghanischer Lebensfreude anstecken

Der Wettbewerb mutet an wie ein fröhlicher Surfkurs für Anfänger. Einige Afghanen haben erst vor zwei Tagen mit dem Surfen begonnen. Sie kämpfen immer wieder mühevoll und oftmals auch vergeblich, um eine Welle zu surfen. Und dennoch sind Zuschauer, Wertungsrichter und Surfer von diesem Event begeistert. “Wir haben hier schon viele Wettbewerbe gehabt. Aber dieser war einzigartig. Es war einfach beeindruckend in so viele glückliche Gesichter zu schauen”, sagte Miguel Barata de Almeida, Präsident des “Ericeira Surf Clube”. Er hofft, dass die Afghanen, die im eigenen Land kein Meer haben im nächsten Jahr wiederkommen, so wie die Österreicher, die mittlerweile ihre Surfmeisterschaften regelmäßig in Ericeira ausrichten.

Göttinger surft in eigener Liga

Der Göttinger Afridun Amu hat in Portugal Geschichte geschrieben. Er ist der erste offizielle Surfmeister seines Geburtslandes. Der 27-Jährige, der seit 2006 regelmäßig Wellen reitet, hat bei den Männern in einer eigenen Liga gesurft. Während die anderen Exil-Afghanen in Strandnähe eher kleine Wellen surften, ist der Student ins Meer hinaus gepaddelt, um gezielt größere Wellen anzusteuern. Seinen Titel will er nicht überbewerten. “Ich freue mich vielmehr über das Event und wäre genauso glücklich, wenn ich nicht gewonnen hätte”, sagte Amu. Besonders die Atmosphäre am Strand habe ihn fasziniert.

“Eine Feier von vorne bis hinten”

“Ich habe selbst schon bei vielen Wettbewerben mitgemacht und auch viele als Zuschauer miterlebt. Dort war immer alles sehr angespannt, alles konzentrierte sich nur aufs Surfen. Bei uns war das mehr oder weniger ein Feier von vorne bis hinten”, so Sieger Amu. Auch die anderen Teilnehmer haben den Wettbewerb genossen. So sei es für den zweitplatzierten David Peroz unbeschreiblich gewesen, selbst auf der Welle zu stehen und zu hören, wie die Leute ihm zujubelten. Die Vizemeisterin bei den Frauen, Urzula Weiss, die in Kanada und den USA groß geworden ist, war erstaunt, dass es auf der Welt so viele afghanische Surfer gibt. Den Titel der Frauen hat übrigens die Berlinerin Sohal Behmanesh gewonnen.

Kulturelles Freizeitprogramm rahmt Surf-Wettkampf ein

Der Surf-Wettkampf war der Höhepunkt eines mehrtägigen afghanischen Kulturfestivals in Portugal. So gab es für die Teilnehmer, von denen die meisten heute in Deutschland leben, und die mitgereisten Verwandten und Bekannten ein vielfältiges Freizeitprogramm. Auf dem Plan standen neben Surfstunden auch afghanische Kochabende, Dari-Sprachworkshops und Tanzkurse.

Sieger dürfen zur Surf-WM

Im nächsten Jahr hofft Afridun Amu neben Exil-Afghanen auch auf Teilnehmer aus seinem Geburtsland. Als Anreiz winken für die besten vier Surfer und die besten zwei Surferinnen Startplätze bei den Weltmeisterschaften im Wellenreiten. In diesem Jahr verzichten die Surfer noch auf die Teilnahme, weil die Surf-Weltmeisterschaft bereits in einer Woche in Nicaragua stattfindet.

Weitere Projekte sollen folgen

Das Ziel des afghanischen Surfverbandes WRAA ist es, neben dem Sport weitere nachhaltige Projekte umzusetzen – auch in Afghanistan. “Wir wollen mehr solche positive Nachrichten von und über Afghanistan bewirken”, sagte WRAA-Präsident Afridun Amu. Daher erzählte er den zahlreichen Medienvertretern auch immer wieder seine Vision, dass Afghanistan nicht nur auf negative Schlagzeilen reduziert werden soll. Und die ersten Früchte konnte der Göttinger bereits in Ericeira ernten. Denn die Strandbesucher in Portugal haben in diesen Tagen wenig über Krieg und Terror geredet und stattdessen die afghanische Kultur von einer anderen Seite kennen und schätzen gelernt.

Hier geht’s zu Teil II der Fotoreportage: Die Afghanischen Surf-Meisterschaften | Behind the scenes.

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